Film-Kritik: Men in Black III

Agent J auf den Spuren von Marty McFly

Men-in-Black-3-©-2012-Sony-Pictures-Releasing-GmbHMen in Black 3 ist kein Film, für den die Erwartungen besonder hoch waren. Zum einen war Teil 2 eine riesige Enttäuschung, zum anderen gab es angeblich im Vorfeld Probleme und Verzögerungen, wegen derer die Dreharbeiten ohne fertiges  Drehbuch anfangen mussten. Uh-oh…

Möglicherweise liegt es also zum Teil an den fehlenden Erwartungen, aber Men in Black III ist eine positive Überraschung. Und das obwohl der Film zum größten Teil bewusst auf einen der Stützpfeiler verzichtet, auf dem Men in Black 1 und 2 bequem geruht haben: Die Chemie zwischen Will Smith und Tommy Lee Jones.

Der intergalaktische Superkriminelle/Biker „Boris the Animal“ bricht aus dem Hochsicherheitsgefängnis aus und reist zurück ins Jahr 1969, um dort gemeinsam mit seinem 1969er-Ich seine Nemesis Agent K (Jones) zu töten und außerdem die Weichen für eine außerirdische Invasion im Jahr 2012 zu stellen. Während um ihn Tentakel-Raumschiffe New York auseinandernehmen, muss sich Agent J (Smith) von einem Wolkenkratzer stürzen, um so in die Vergangenheit zu reisen und 1) seinen Partner und 2) die Erde zu retten. Dort trifft er nicht nur auf zwei verschiedene Varianten von Biff Boris, sondern auch auf seinen verjüngten Partner, der noch nichts von seinem bevorstehenden Tod weiß.

Der etwas abgegriffene Zeitreise-Plot emuliert Filme wie Zurück in die Zukunft (2), Star Trek – First Contact und den koreanischen Thriller 2009 Lost Memories (2009 – The Fuuuuuuuture!!!), in denen ein Held jemand anderem in die Vergangenheit folgt, um veränderte Ereignisse wieder richtigzustellen.

Men-in-Black-3-©-2012-Sony-Pictures-Releasing-GmbHDas Gesicht von Will Smith ist etwas kantiger geworden, aber seine oft gesehe Film-Persona  Agent „J“ ist noch immer intakt,  ebenso wie der etwas mumifiziert wirkende, aber sonst generell fitte Tommy Lee Jones. Die eigentlichen Stars des Films sind aber Josh Brolin, der als junger „K“ perfekt  Manierismen und Tonfall von Tommy Lee Jones imitiert und Jemaine Clement (vom Neuseeländischen Duo Flight of the Conchords) der “Boris the Animal” als eine Art Mischung aus Tim Curry und Danny Trejo spielt.

Leider stellt sich die vorher angedeutete Tragik größtenteils als heiße Luft heraus. Das ist zwar an sich nicht falsch für den eher leichten Ton der Men in Black-Reihe, aber wenn man schon eine gute Stunde des Films damit verbringt, eine entsprechende Fallhöhe zu schaffen, sollte man am Ende einfach keinen Rückzieher machen.

Regisseur Barry Sonnenfeld und Autor Etan Cohen (nicht verwandt mit den Coen-Brüdern deren Kameramann Sonnenfeld früher war, sondern der Co-Autor von Tropic Thunder) tun mit Men in Black III etwas sehr mutiges: Sie werfen große Teile der bewährten Formel aus dem Fenster. Auch wenn nicht alle Elemente funktionieren – die Geschichte zwischen Emma Thompsons „Agent O“ und Lee Jones ist nur grob angerissen und die Antwort auf die immer wieder gestellte Frage, warum „K“ so bitter geworden ist, ist komplett enttäuschend – verpasst das Umkrempeln des Grundgerüsts der Serie eine dringend benötigte Adrenalinspritze.

Men-in-Black-3-©-2012-Sony-Pictures-Releasing-GmbHAlles in allem macht Men in Black III deutlich mehr Spaß als der zweite Teil, nicht zuletzt weil der Klamauk deutlich heruntergefahren ist. Auch wenn die Dramaturgie ein paar Lücken hat (von der Logik des Zeitreise-Plots ganz zu schweigen) und die dramatische Enthüllung am Ende nicht so gänzlich  funktioniert, steckt der Film voller kreativer Einfälle und hat mit der Schießerei im (Quasi-)China-Restaurant und dem großen Showdown zwei sehr herausragende Setpieces.

Dritte Teile von Franchises sind sehr selten gut; in diesem Fall haben Sonnenfeld und Co. aber ein Sequel gedreht, der deutlich besser als Teil 2 ist und sich auch hinter dem Erstling nicht verstecken muss.

Kurze Anmerkung zu 3D: Der Effekt ist bei Men in Black 3 vergleichsweise dezent, aber auch – wie so oft – vollkommen überflüssig

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Kategorien: Film, Rezensionen

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6 Kommentare - “Film-Kritik: Men in Black III”

  1. 27. Mai 2012 at 15:10 #

    Wahrscheinlich wurden die Effekte nachträglich erst eingefügt :S

    • 28. Mai 2012 at 12:00 #

      Was meinst du damit? I don’t get it.

      • 28. Mai 2012 at 12:04 #

        Die 3D-Effekte. Ich vermute mal, dass der Film nicht ursprünglich in 3D gedreht wurde, sondern die Effekte erst bei der Bearbeitung hinzugefügt wurden, um dem Film doch noch in 3D zu machen!?

      • 28. Mai 2012 at 17:17 #

        Ahsooooo. Ja, der Film ist definitiv “post-conversion”, nicht in 3D gedreht. Aber genau wie Avengers ist er immerhin FÜR 3D gedreht und der Effekt ist dezent und halbwegs gelungen (wenn auch mal wieder größtenteils überflüssig).

  2. 22. Mai 2012 at 20:07 #

    Ich habe schon befürchtet, dass es sich nicht lohnt, den 3. Teil anzusehen, denn wie Du schon schreibst, waren die dritten Teile so mancher Filme das Ansehen nicht wert. Aber was Du hier schreibst, gefällt mir, auch wenn der Film scheinbar einige Schwächen hat.
    Danke für den Beitrag. Er hat mich davon überzeugt, den Film doch anzuschauen.

    • 23. Mai 2012 at 13:18 #

      Das freut mich :) Das Problem ist einfach, dass der Film zwischendurch so tut, als wäre er mehr als er dann letztendlich ist (jaja, kryptisch, aber ich will halt nicht zuviel verraten). Wenn man darüber hinwegsehen kann, macht er wirklich Spaß.

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