PopKulturSchock bespricht die zweite Staffel von The Walking Dead - mehr oder weniger frei von Spoilern für die aktuelle Episode, möglicherweise aber mit Details zu früheren Folgen. You have been warned.
Bei The Walking Dead ist endlich wieder mehr in Bewegung als nur die namensgebenden wandelnden Leichen. Die letzte Folge hatte den Handlungfluss etwas ausgebremst und nicht nur den Cliffhanger von „What Lies Ahead“ – wird Carl überleben? – offengelassen, sondern mit dem belagerten Shane direkt noch einen zweiten draufgestapelt. Diesmal werden beide Situationen aufgelöst.
Einer davon sogar schon vor dem Vorspann: In der ersten Szene verpasst sich ein grimmig guckender Shane eine schnittige neue Frisur. Wir wissen also, dass er sich irgendwie den Zombies entkommt; wie genau er das tut – und warum er so finster guckt – erfahren wir aber erst am Ende.
Der Titel von „Save The Last One“ spielt auf die wertvolle letzte Kugel an, oder vielmehr deren Bestimmung, falls man gebissen wird. Die Charaktere lernen diese Woche, dass Selbstmord durch Erhängen keine gleichwertige Alternative ist.
Leider weiß The Walking Dead nach wie vor nicht so richtig, was es mit seinem übergroßen Ensemble anfangen soll: Anstatt sich auf die dramatischen Hotspots zu konzentrieren, bekommt jede Figur eine Handvoll Szenen, ob sie etwas zu tun hat oder nicht. Infolge dessen ist „Save The Last One“ nicht so rund wie sie hätte sein können.
Als Meditation über Leben und Tod sind die verschiedenen Handlungsstränge immerhin locker verbunden; effektiver wäre es aber gewesen, sich auf Rick und Shane zu konzentrieren; deren Geschichte ist im Moment die Spannendste – Rick bangt hilflos um das Leben seines Kindes während Shane um sein eigenes kämpft. Außerdem kristallisieren sich die beiden langsam als dramaturgische Gegenpole heraus: Rick leidet, Shane handelt. Mit den beiden eng verknüpften Handlungssträngen kehrt The Walking Dead seine beiden großen Stärken nach vorne: Dramatischen Suspense und hungrige Zombie.
Anders als bei „What Lies Ahead“ kommt diesmal das Beste zum Schluss. Statt eines Cliffhangers packt „Save The Last One“ in die letzten Minuten einen enthüllenden Charakter-Moment, der eine Lücke im Handlungsverlauf schließt und gleichzeitig die Anfangsszene chronologisch und thematisch mit dem Rest der Folge verbindet.
Als Drama ist The Walking Dead nach wie vor nicht so konsistent packend wie Breaking Bad. Immerhin ist aber die Handlung jetzt wesentlich fokussierter als in der ersten Staffel und die Autoren scheinen dieses Mal zu wissen, wo das Ganze hinführen soll. Fehlt eigentlich nur noch die Rückkehr von Merle und ich bin zufrieden.
(2+)
Was bisher geschah:
3.01 Zukunft im Rückspiegel / What Lies Ahead
3.02 Blutsbande / Bloodletting
Als nächstes:
PopKulturSchock lebt!



