TV-Kritik: The Walking Dead – Zukunft im Rückspiegel / What Lies Ahead (Staffel 2, Folge1)

PopKulturSchock bespricht, mehr oder weniger frei von Spoilern, die erste Folge der zweiten Staffel.

Letztes Wochenende lief auf dem US-Sender AMC das Finale der vierten Staffel von Breaking Bad, das sich kontinuierlich zu einer der besten Drama-Serie der letzten Zeit, vielleicht sogar zu einer besten überhaupt entwickelt hat.

In den übergroßen Fußstapfen – sprich dem Sendeplatz – des quasi-Crime-Dramas folgt jetzt die zweite Staffel von The Walking Dead, die mit dreizehn Folgen mehr als doppelt so lang ist wie die erste. Vom dramatischen Ausstieg von Showrunner Frank Darabont (Die Verurteilten) ist in der Staffel-Premiere noch nichts zu bemerken: an What Lies Ahead (dt. Zukunft im Rückspiegel) war er noch beteiligt, denn „Ardeth Bey“, der Co-Autor der Folge, ist nicht der Charakter aus Die Mumie, sondern ein Pseudonym für Darabont. Immerhin hat auch nach dessen Abgang (Co-Autor) Robert Kirkman, der Schöpfer der Comic-Vorlage noch immer seine Finger im Spiel.

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Nachdem dem enttäuschend trägen Ende der ersten Staffel kommt What Lies Ahead nach einem kurzen Prolog schnell zur Sache. Texas-Ranger Rick Grimes fasst zusammen, was man als Neueinsteiger wissen muss – und erinnert daran, wie erschreckend wenig sich seit dem Piloten zwischen den Figuren abgespielt hat. Dann, als wollte man bewusst den faden Geschmack der ersten Staffel wegspülen, sind die ersten zwanzig Minuten von What Lies Ahead purer, nervenaufreibender Suspense.

Der Rest der Folge fällt dagegen etwas ab, bereitet aber einige große Veränderungen in der etwas abgestandenen Dynamik der Serie vor. Die Makeup-Effekte sind nach wie vor erstklassig, ich hatte das Gefühl, dass die Zombies sogar noch eine Spur liebevoller zurechtgemacht sind als im Vorjahr. Eine Szene, die an die Hai-Autopsie in Spielbergs Der Weiße Hai erinnert, beantwortet die Frage, was sich im Bauch eines Zombies befindet und ist gleichzeitig ein eindringlicher Aufruf, nicht während (oder direkt vor) The Walking Dead zu essen. Überhaupt geizt die Staffelpremiere nicht mit cineastischen Momenten wie einer geschickt platzierten Hommage an eine Kamerafahrt aus John Fords The Searchers.

What Lies Ahead tut alles, um vom Glauben abgefallene Walking Dead-Gucker wieder ins Boot zu holen, bietet Action, Suspense und Drama und setzt damit die Messlatte sehr hoch.  Die Charaktere sind nach wie vor nicht so interessant wie sie sein könnten, und überhaupt bleibt eine Portion Skepsis – schließlich hat auch die erste Staffel vielversprechend angefangen. Aber immerhin erwarte ich jetzt wieder mit Spannung, wie es weitergeht.

(2+)

Staffel 2 von The Walking Dead läuft auf dem Fox-Channel.

Nächstes Mal:

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Trailer zu Staffel 2:

 

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Kategorien: Fernsehen, Rezensionen

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