Timeless Ocarina? Nintendos Zelda-Klassiker im Jahr 2011

Rechte: Nintendo

"Link war überrascht, eine Truhe voll Plutonium zu finden"

Gerade hat Videospiel-Riese Nintendo für seine mini-3D-Konsole The Legend of Zelda – Ocarina of Time veröffentlicht und entsprechend aggressiv plakatiert. Wenn der Eine oder Andere beim Betrachten der Plakate einen Deja-Vu Effekt hatte, ist das nicht verwunderlich. Das Spiel ist alles andere als neu; erschienen ist es ursprünglich 1998 auf der damaligen Konsole N64, dann nochmal auf dem Nachfolger Gamecube, danach auf der Wii und jetzt für die Handheld-Konsole 3DS. Dabei ist es das gleiche Ocarina of Time wie eh und je; neben dem 3D-Effekt hat der Titel kein spektakuläres grafisches (oder sonstiges Update) verpasst bekommen.

Warum das Spiel, das fünfte der populären Zelda-Serie, bei seiner Erstveröffentlichung im Jahr 1998 so aufregend war, ist leicht zu erklären: Zum ersten Mal konnten sich Spieler in einer großen, offenen dreidimensionalen Welt mit scheinbar unbegrenzten Möglichkeiten austoben. Die Geschichte ist einfach: der grüngewandete Held Link muss Prinzessin Zelda und nebenbei auch die Welt retten. Sehr originell ist aber die Umsetzung: Ocarina of Time verbindet Elemente von Rollenspielen und Jump & Runs und verzichtet dabei auf die frustrierenderen Komponenten beider Genres: Das Kampfsystem macht Spaß und ist schnell erlernt, die Puzzles sind clever, aber nicht zu komplex und die Action-Sequenzen sind zwar oft herausfordernd, aber nie so schwer, dass man aufgeben möchte.

Ich selbst habe mich Ende der Neunziger fast überhaupt nicht für Spiele interessiert, aber Ocarina of Time hat damals so viel Wellen geschlagen, dass ich mir das Spiel (mitsamt Konsole) ausgeliehen habe, um mitreden zu können. Nach vielen Stunden Zelda, die mich eine Menge Schlaf gekostet haben – und einen Freund fast seine Magisterprüfung – war ich Fan. Seitdem habe ich Ocarina of Time auf Gamecube und Wii noch viermal bis zum Ende gespielt – öfter als jedes andere Spiel.

Was damals ein Quantensprung war, der Videospiele revolutioniert hat, gehört heute zum alten Eisen. In wenigen Bereichen tut sich mehr als auf dem Computer und Konsolen-Sektor, deshalb ist es kein Wunder, dass seit 1998 im immer noch jungen Genre viel passiert ist. Konsolen bieten HD-Grafik und Orchester-Musik; Sandbox-Spiele wie Grand Theft Auto und Red Dead Redemption entführen den Spieler in offene Welten, die 100 Mal größer sind als die Zelda-Welt Hyrule und in denen es einiges mehr zu tun gibt, als durch die pixelige Landschaft zu reiten und gelegentlich eine kleine Höhle mit einer Schatztruhe zu finden.

Warum glaubt also Nintendo, dass Ocarina of Time auch noch im Jahr 2011 mit aktuellen Titeln konkurrieren kann?

Auf jeden Fall ist es mehr als nur Nostalgie. Ocarina of Time führt viele der „besten Spiele aller Zeiten“-Listen an, und die Abenteuer des kleinen Link sind für Spieler jeden Alters mit ähnlicher Mystik behaftet, ähnlich wie Marilyn Monroe und James Dean für Cineasten oder für Musikliebhaber die Doors und Led Zeppelin. Da spielt es auch keine Rolle, dass die Grafik für heutige Standards erschreckend blockig ist und man auf – möglichst Prominente – Stimmausgabe lange warten kann. Als letztes Jahr beim Symphonic Legends Konzert Veranstalter Thomas Böcker und Arrangeur Jonne Valtonen eine Sinfonische Dichtung aus Themen von The Legend of Zelda vorgeführt haben, war das junge Publikum nicht mehr auf den Sitzen zu halten und hat das erstaunte WDR-Rundfunkorchester so bejubelt, wie es wahrscheinlich die Beatles in den 60ern gewohnt waren. Zelda hat inzwischen eine mystische Dimension, und ähnlich wie eine remasterte Blu-Ray von Casablanca bleibt eine Handheld-Version von Ocarina of Time vermutlich nicht lange in den Regalen liegen.

Videospiele sind ja oft das Paradebeispiel für Wegwerfkunst mit kurzer Halbwertzeit. Wenn man sich Ocarina of Time anguckt, oder auch den ikonischen Status von Spielfiguren wie Lara Croft oder Mario, ist es an der Zeit, diese These zu überdenken.

Noch Ende dieses Jahres, vermutlich Weihnachten, soll übrigend der neue Teil der Serie erscheinen. So wie Twilight Princess vor ein paar Jahren der Schwanengesang des Gamecube war, ist The Legend of Zelda – Skyward Sword gerüchteweise der letzte Titel für Nintendos Wii, deren Nachfolger schon in den Startlöchern steht.

PopKulturSchock-arina of Time:

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9 Kommentare - “Timeless Ocarina? Nintendos Zelda-Klassiker im Jahr 2011”

  1. 3. November 2011 um 00:44 #

    Hmmm, Zelda ist vermutlich nicht so meins…. Nach Minish Cap, Twilight Princess und noch ein paar Spielen werde ich es dieses mal vermutlich sogar wirklich lassen :S
    Aber die Wiimotion+ hätte ich auhc noch nicht :S

  2. 31. Oktober 2011 um 11:33 #

    Ich habe mir Ocarina of TIme zwar gekauft, aber irgendwie den Gamecube Controller verloren :(
    Unglücklicherweise weiß ich auch nicht, wo ich bei Twilight Princess stehengeblieben bin :(

    • 31. Oktober 2011 um 13:07 #

      Wenn du wüsstest, wie viele Spiele ich angefangen und nie zuende gespielt habe…
      Ocarina of Time ist aber tatsächlich eins der wenigen Spiele, die ich mehrmals gespielt habe. Twilight Princess fand ich zwar okay, aber im Vergleich zu OoT und Wind Waker ein bisschen enttäuschend. Mit der Wii-Steuerung hätte man VIEL mehr machen können. Auf jeden Fall kommt in ein paar Wochen endlich das nächste Zelda… :-)

      • 2. November 2011 um 19:58 #

        Und ich nehme an, dass du es dir zulegen wirst? Kaufst du die Special Edition??

      • 2. November 2011 um 20:15 #

        Ich denke mal. Ich hab bisher kein Wii Motion Plus, daher wären es zwei Fliegen mit einer Klappe. Außerdem glänzt der Controller so schön golden :)

      • 2. November 2011 um 20:00 #

        Aber ja, das kenne ich. Viele Spiele habe ich noch gar nicht ausgepackt, weil mir die Zeit einfach fehlt :(

  3. 18. Juli 2011 um 19:50 #

    Ich kenne Zelda von der Wii. Ist eines der Spiele, die mir mit am besten gefallen.
    Tolle Musik irgendwie, da könnte ich mitjubeln :-)

    • 19. Juli 2011 um 14:31 #

      Ja, vor allem für Orchester arrangiert ist die Musik überwältigend. Mit DER Reaktion der Leute beim Symphonic Legends Konzert hätte ich aber trotzdem nicht gerechnet; hab glaub ich noch nie ein begeisterteres Publikum erlebt.

      • 19. Juli 2011 um 20:02 #

        Da könnte man ja fast neidisch sein, nicht dabei gewesen zu sein ;-)

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